Dreimal vom Tod verschont: Albin Oberhofer

Geschichten

Ab Frühjahr 1940 verließ täglich ein Zug mit Umsiedlern den Bozner Bahnhof. Insgesamt waren es etwa 70.000 Südtiroler, die ihre Heimat im Zuge der Option verließen. Darunter waren auch viele, die für die deutsche Wehrmacht in den Krieg zogen. So auch Albin Oberhofer (*1922, Pfunders), der mit seiner Familie 1940 nach Bayern ausgewandert war.

Er und sein Bruder Friedrich wurden bald zum Militär eingezogen. Seine Eltern und Schwester Maria – alle landwirtschaftliche Arbeiter – wechselten währenddessen öfter ihren Wohnsitz, Fünf Jahre seiner Jugend verbrachte Albin beim deutschen Militär, hatte aber das Glück, nie an brenzligen Frontstellen eingesetzt worden zu sein. Dreimal habe ihm das Glück zur Seite gestanden, dass er dem Tod entgangen sei, so Oberhofer.

Einmal, als Fortuna ihm zur Seite stand, war, als er im relativ ruhigen Norwegen zum Einsatz kam, das zweite Mal, als er spontan beschloss, die nächste Fähre zu nehmen: Auf der Rückreise von einem Heimaturlaub beschloss er mit der Überfahrt zur Insel, wo er stationiert war, noch eine Nacht zu warten, währen die meisten seiner Gefährten die Fähre am Abend nahmen. Das Schiff wurde bombardiert und es gab einige Tote und viele Verletzte. Zum dritten Mal vom Tod verschont wurde er, weil seine Italienischkenntnisse ihm einen Platz in der Dolmetscherschule in Bonn einbrachten. In Bonn betreute er später italienische Arbeiter.

Bei Kriegsende landete Oberhofer bei seiner letzten Stellung im bayerischen Wald, flüchtete schließlich, übernachtete auf einem Bauernhof und schlug sich dann bis nach Hütting bei Neuburg an der Donau durch, wo seine Eltern lebten. Nach der Rückkehr der Familie nach Pfunders nahm er dort seine Lehrtätigkeit auf.

Foto: Albin Oberhofer als Essenträger vom Dienst in die Protze im September 1942
Quelle: privat, abgebildet in „Auf verlorenem Posten“ von Anton Weissteiner

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