Gedächtnislücken werden zu Denkanstößen

 

 

Die eigene Heimat verlassen, den eigenen Hof, die eigene Arbeitsstätte aufgeben.

Und fortziehen in ein anderes Land. Nur weil es die Politik so vereinbart hat.

Oder alternativ im eigenen Land bleiben, dafür in Kauf nehmen,

die eigene Sprache und Kultur aufzugeben.

Und riskieren, nach Süditalien zwangsumgesiedelt zu werden. Das alles kann sich heute niemand mehr vorstellen.

Unsere Eltern oder Großeltern wurden aber vor genau 75 Jahren vor diese Wahl gestellt.

Wir sind froh, dass uns, die wir später geboren sind, diese Entscheidung erspart bleibt.

Denn niemand kann sagen, auf welcher Seite wir gestanden wären.

Auf jener, welche die Heimat nicht aufgeben wollten, oder auf jener, die nicht ihre Sprache und Kultur aufgeben

wollten und in den gegebenen Voraussetzungen keine Zukunft mehr sahen.

Der Spalt, der sich durch diese Entscheidungen und alle Begleiterscheinungen durch unsere Heimat,

durch unser Volk zog, hat sich zum allergrößten Teil erst in den nachkommenden Generationen geschlossen.

So intensiv wurde damals um die “richtige” Lösung gerungen.

Vieles ist in den letzten 75 Jahren in Vergessenheit geraten.

 

 

Und genau diese Gedächtnislücken sollen mit diesem Projekt zu Denkanstößen werden.

 

 

 

[ Elmar Thaler ]